An Kultur Interessierte leben länger

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Theater-, Museums- und Konzertbesuche könnten sich positiv auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirken und dadurch zu einer höheren Lebenserwartung beitragen

Theaterbesuche könnten lebensverlängernd sein.

Theaterbesuche könnten lebensverlängernd sein.

© skeeze / pixabay.com, CC0 1.0 Universell (CC0 1.0), https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de

London (Großbritannien) –

Ältere Menschen, die wenigstens hin und wieder ins Theater, in Konzerte oder in Ausstellungen gehen, haben eine höhere Lebenserwartung als Gleichaltrige, die das nicht tun. Dieser Zusammenhang lässt sich nicht allein dadurch erklären, dass Menschen, die am Kulturleben teilnehmen, im Schnitt auch in besserer körperlicher und geistiger Verfassung sind, berichten britische Forscher im „British Medical Journal (BMJ)“. Sie vermuten vielmehr, dass sich ein Interesse an kulturellen Angeboten positiv auf Psyche und Gesundheit auswirken und dadurch lebensverlängernd wirken kann. Ob eine solche kausale Beziehung aber tatsächlich existiert, müsste in weiteren Studien erst noch bestätigt werden.

„Unsere Ergebnisse betonen, wie wichtig es ist, neue soziale Einflussfaktoren genauer zu untersuchen, die einen wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit haben“, schreiben Daisy Fancourt und Andrew Steptoe vom University College London. Ein kulturelles Engagement könne helfen, einen Sinn im Leben zu finden, durch emotionale Stabilisierung Stress abzubauen, die Kreativität zu stärken und sich so besser an veränderte Lebensumstände anzupassen. Die Forscher werteten Daten einer Langzeitstudie aus, an der 6710 britische Männer und Frauen im Alter von mehr als 49 Jahren beteiligt waren. Zu Beginn gaben alle Teilnehmer an, wie häufig sie ins Theater, in die Oper, in Konzerte, Museen, Kunstgalerien und Ausstellungen gehen. Im Untersuchungszeitraum von durchschnittlich zwölf Jahren starben 2001 Personen.

Wer ein- bis zweimal pro Jahr eine kulturelle Veranstaltung besuchte, hatte ein um 14 Prozent geringeres Sterberisiko als diejenigen, die daran gar kein Interesse hatten. Bei denen, die sich noch häufiger kulturell engagierten, stieg dieser Wert auf 31 Prozent. Ein solcher Zusammenhang blieb auch dann noch bestehen, wenn zur statistischen Auswertung – neben sozioökonomischen Informationen und allgemeinem Gesundheitsstatus – Daten zu körperlichen Aktivitäten, psychischer Gesundheit und kognitiven Fähigkeiten berücksichtigt wurden. Das spricht für eine mögliche kausale Beziehung. Das Geschlecht hatte keinen Einfluss.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, ist eine Kausalität nicht nachweisbar. Doch andere Studien haben gezeigt, dass ein Interesse an künstlerischen Aktivitäten das generelle Wohlbefinden verbessern und eine positive Wirkung bei Depressionen, chronischen Schmerzen und Gebrechlichkeit haben kann. Möglicherweise wäre ein Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und eigenen künstlerischen Betätigungen wie Musizieren, Malen oder Tanzen noch ausgeprägter als der beim eher passiven Kunstgenuss.

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