Fasten kann Brustkrebs-Therapie unterstützen

Eine Fasten-ähnliche Diät könnte die Therapie bei Brustkrebs verbessern.

Lässt sich der Erfolg einer Krebstherapie mit der Ernährung beeinflussen? Immer mehr Studien deuten darauf hin.


© iStock.com/fizkes

Do. 23. Juli 2020

Über die richtige Ernährung bei Krebs wird viel diskutiert, bislang gibt es jedoch kaum wissenschaftliche Studien zu diesem Thema. Nun zeigt eine erste klinische Studie mit Patientinnen, dass eine Fasten-ähnliche Diät eine Hormontherapie zur Behandlung von Brustkrebs verbessern kann.

In Studien mit Mäusen und in zwei klinischen Studien mit Brustkrebs-Patientinnen zeigte sich, dass eine Fasten-ähnliche Diät die Konzentrationen von Insulin, einem Wachstumsfaktor namens IGF1 und Leptin im Blut verringert. Bei Mäusen erhöhte dies die Wirkung der Krebsmedikamente Tamoxifen und Fulvestrant und verzögerte die Ausbildung von Resistenzen. Zudem reduzierte die Fasten-ähnliche Diät eine Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, die häufig als typische Nebenwirkung von Tamoxifen auftritt. Die Ergebnisse der Studie sind im Fachblatt Nature veröffentlicht.

Weitere Studien sind notwendig

Auch die Ergebnisse von 36 Frauen, die mit der Kombination aus Hormontherapie und Diät behandelt wurden, waren vielversprechend. „Unsere neue Studie legt nahe, dass eine Fasten-ähnliche Diät zusammen mit einer hormonellen Therapie gegen Brustkrebs das Potenzial hat, nicht nur Tumore zu verkleinern, sondern auch resistente Tumore bei Mäusen umzukehren. Die frühen klinischen Ergebnisse zeigen auch Potenzial, aber jetzt müssen wir nachweisen, dass es auch in einer Studie mit 300 bis 400 Patientinnen funktioniert“, sagte Prof. Dr. Valter Longo von der Universität Südkalifornien.

Bei der Fasten-ähnlichen Diät essen die Patientinnen fünf Tage pro Monat nur wenig Nahrung mit einer bestimmten Zusammensetzung. Dies wurde von den Patientinnen allgemein problemlos umgesetzt – einige folgten diesem Schema fast zwei Jahre lang. Bevor Brustkrebs-Patientinnen ihre Ernährung umstellen, sollten sie in jedem Fall Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten.

Ungefähr bei 80 Prozent der Brustkrebserkrankungen haben die Tumoren Hormonrezeptoren. Durch eine Hormontherapie wird das Andocken von Hormonen an die Rezeptoren der Krebszellen blockiert oder die Hormonproduktion des Körpers verringert. Dies führt meist dazu, dass die Tumoren aufhören zu wachsen. Resistenzen verhindern jedoch häufig eine langfristige Anwendung.

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