Krätze breitet sich im Norden Deutschlands aus

Im Norden Deutschland breitet sich die Krätze immer weiter aus.

Krätze ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch winzig kleine Parasiten verursacht wird, sogenannte Krätzmilben.


© iStock.com/Doucefleur

Mo. 27. Juli 2020

Die Zahl der Menschen, die sich mit der Hautkrankheit Krätze infizieren, ist in einer Region Deutschlands besonders stark gestiegen: Schleswig-Holstein verzeichnete im 2019 über 13.400 Fälle, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. In 2017 lag die Zahl noch bei rund 7.800, in 2016 sogar nur bei 4.500. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK Nordwest hervor.

Lange Zeit war von Krätze, auch bekannt als Skabies, keine Rede mehr. Doch die ansteckende Hautkrankheit, die durch Krätzmilben ausgelöst wird, scheint wieder auf dem Vormarsch zu sein, wie die aktuellen Zahlen der Krankenkasse zeigen.

Typische Symptome sind starker Juckreiz und eine schuppig-krustige Haut mit kleinen Knötchen. Durch den starken Juckreiz ist die Haut oft mit blutigen Kratzspuren übersät. Die Übertragung einer einzigen Milbe reicht schon aus, um Krätze zu verursachen. Daher kann eine Ansteckung mit Krätze jeden treffen und hat nicht unbedingt etwas mit mangelnder Hygiene zu tun.

Kuscheln ist bei Krätze tabu

Direkt von Mensch zu Mensch ist Krätze nur dann ansteckend, wenn ein enger, großflächiger Haut-zu-Haut-Kontakt über einen Zeitraum von mindestens fünf bis zehn Minuten besteht. Handschütteln, Umarmungen oder eine Untersuchung der Haut von Patienten mit gewöhnlicher Skabies sind daher ohne Risiko. Aber auch eine indirekte Übertragung über Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche ist möglich. So kann es auch in Kindergärten, Gemeinschaftseinrichtungen oder in Alten- und Pflegeheimen zur Ansteckung kommen.

Um Krätze schnell wieder los zu werden, ist eine Behandlung mit Salben und gegebenenfalls auch mit Tabletten notwendig. Diese zielen vor allem darauf ab, die Milben mitsamt Larve und Eiern abzutöten. Hygienemaßnahmen wie häufiges Duschen und tägliches Wechseln von Kleidung, Handtüchern und Bettwäsche erschweren es den Milben zusätzlich, sich weiter zu vermehren. Textilien werden am besten bei 60 Grad gewaschen. Geht dies bei bestimmter Kleidung nicht, dann kann diese für mindestens zwei Stunden im Gefrierschrank bei mindestens Minus 25 Grad aufbewahrt werden. Nicht waschbares Spielzeug sollte zwei Wochen lang luftdicht verpackt werden. Außerdem sollten Polstermöbel und Matratzen täglich abgesaugt werden.

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