Vegan in der Schwangerschaft: Hirnschäden beim Baby vermeiden

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Ein Vitamin-B12-Mangel in der Schwangerschaft kann weitreichende Folgen haben.

Die Ernährung einer werdenden Mutter wirkt sich direkt auf die Entwicklung des Babys aus.


© Vasyl Dolmatov/iStockphoto

Sa. 13. April 2019

Frauen, die sich vegan ernähren, müssen während der Schwangerschaft besonders aufpassen. Ein Mangel an Vitamin B12, das fast ausschließlich in Fleisch und Milchprodukten vorkommt, kann bei ungeborenen Babys dazu führen, dass sich das Gehirn nicht richtig entwickelt.

Wenn sich schwangere Frauen vegan ernähren, ist ein Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B12 in ausreichend hoher Dosierung unerlässlich. Nur auf diese Weise kann der hohe Bedarf eines ungeborenen Babys gedeckt werden. Darauf weist der Berufsverband der Frauenärzte e.V. hin. „Bei den Babys von vegan lebenden Müttern sehen wir immer wieder leichte Beeinträchtigungen der Gehirnfunktion, aber in seltenen Fällen auch sehr schwere Schädigungen“, sagt Kinderarzt Prof. Dr. med. Stefan Eber auf dem frauenärztlichen Fortbildungskongress FOKO 2019 in Düsseldorf.

Wenn das Gehirn des Neugeborenen durch den Vitaminmangel in der Schwangerschaft geschädigt ist, können Kinderärzte den Schaden in der Regel nicht mehr vollständig beseitigen. In Einzelfällen droht dem Kind eine lebenslange geistige Behinderung. Eber erläutert, dass streng vegan lebende Frauen im Durchschnitt eine tägliche Vitamin-B12-Aufnahme von 0,4 Mikrogramm haben. Für die Gesundheit des Babys ist jedoch eine tägliche Versorgung der Schwangeren mit 4,5 Mikrogramm notwendig, also das Zehnfache.

Werde eine Frau mit einem Vitamin-B12-Mangel schwanger, könne man das Kind noch vor den Folgen schützen: Dafür sei eine wiederholte Gabe von einem Milligramm des Vitamins direkt per Spritze in einen Muskel notwendig, um den Speicher am schnellsten aufzufüllen. Etwas langsamer füllen sich die Speicher, wenn täglich ein Milligramm Vitamin B12 über 4 Wochen geschluckt wird. Eber rät vegan lebende Frauen mit Kinderwunsch daher, frühzeitig ihren Arzt ansprechen und einen Bluttest durchführen lassen.

Der folgenschwere Mangel an Vitamin B12 ist laut Eber nur eines der Symptome, die er bei Kindern von veganen Müttern beobachtet. Auch ein Mangel an Jod und Docosahexaensäure, einer wichtigen ungesättigten Fettsäure, könne der Entwicklung des Babys und seines Gehirns schaden.

Eventuell könne der Kauf von tierischen Produkten aus kontrollierter und artgeregter Haltung helfen, schwangere Mütter zu motivieren, zeitlich begrenzt die Ernährung umzustellen, so Eber. „Wenn eine Frau auf gar keinen Fall tierische Produkte essen will, dann sollte sie sich unbedingt mit ihrem Arzt besprechen und einen Mangel an Vitamin B12, Vitamin D, Jod, Eisen, Docosahexaensäure, Folsäure und auch Zink schon vor dem Beginn der Schwangerschaft untersuchen lassen.“ Im Falle eines Mangels müssten Vitamine, Fettsäuren und Spurenelement ergänzt und diese Ergänzung bis zum Ende der Stillzeit beibehalten werden.

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